80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges erinnern in diesen Tagen eindrückliche historische Aufnahmen an unfassbare Zerstörungen und Nachkriegs-Not. Der Blick auf die Ereignisse von damals schärft unsere Wahrnehmung der kriegerischen Auseinandersetzungen von heute.
Wie kann drei Jahre nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine endlich Schadensbegrenzung gelingen? Nach weit über 80.000 Toten auf beiden Seiten, zahllosen zivilen Opfern und exorbitanten materiellen Schäden muss diese Frage erlaubt sein – ungeachtet des immer engeren Diskursraums zwischen Putin-Verstehern und Trump-Verstehern.
Nachdem die gesinnungsethisch nachvollziehbare, verantwortungsethisch jedoch unhaltbar gewordene Strategie gescheitert ist, Selenskyj zur Rückeroberung aller okkupierten Gebiete, einschließlich der Krim, zu ermuntern, bezieht Europa dazu spät aber doch eine neue, eigenständige Position. Die sich unter Federführung Englands und Frankreichs formierende „Koalition der Willigen“ lässt ernsthaft auf einen Waffenstillstand mit nachfolgendem Friedensvertrag hoffen. Dieser muss die europäische Einbindung und den militärischen Schutz der Ukraine bei gleichzeitiger Abtretung ihrer Ostgebiete so glaubhaft sicherstellen, dass Putin dauerhaft von weiteren Übergriffen absieht.
Allerdings gefährdet der irrlichternde US-Präsident eine solche Lösung, indem er dem Kreml noch vor ernsthaften Verhandlungen sämtliche Trumpfkarten zuspielt. Erst Trumps beschämender Umgang mit Selenskyj ermunterte ja Putin zu der obszönen Forderung, die Ukraine, weil undemokratisch, möge doch unter UN-Aufsicht Neuwahlen veranstalten.
Wie wohl der vom Moskauer Tyrannen im Februar letzten Jahres in den Tod getriebene Alexej Nawalny diesen unsäglichen Vorschlag kommentiert hätte?
03. April 2025